Medizinische Trainingstherapie

im Fluss der Bewegung

Bei der MTT ist das Therapiemittel die Bewegung, bzw. der Einsatz von Bewegungsabläufen. Damit kann vor allem die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Bewegungssystems wiederhergestellt werden. Parallel dazu werden auch Funktionsverbesserungen von Kreislauf, Atmung, Nervensystem und Stoffwechsel ausgelöst. Diese durch die MTT hervorgerufenen Anpassungsreaktionen des Körpers ist auch einer der wesentlichen Unterschiede zur Bewegungstherapie.

Prinzipiell kommen in der MTT Methoden zum Einsatz, welche die Ausdauer, die Kraft oder die Koordination verbessern und damit die Mobilität erhöhen. Beispiele dafür sind das Fahrradergometer als Ausdauertraining oder Kraftmaschinen, Gewichtübungen oder isometrische Übungen gegen einen fixen Widerstand zur Steigerung der Muskelkraft.

In der Regel dauert eine Trainingstherapie 12 Wochen, wobei ein Ausdauertraining mindestens 3 x pro Woche durchgeführt werden muss. Bei einem Krafttraining genügen 2 Trainingseinheiten pro Woche.

Empfohlen ist die MTT für alle Patienten mit Muskeldefiziten bzgl. Ausdauer, Kraft, Kraftausdauer und Koordination. Zum B.:
• nach Einsetzen einer Hüftprothese
• nach Einsetzen einer Kreuzbandplastik
• nach Bandscheibenoperationen und instabiler Lendenwirbelsäule
• bei Gelenkverschleiß großer Gelenke ohne akute Entzündungen
• bei allen chronischen Erkrankungen, die in ihrem Verlauf eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit bedingen, wie z. B. Herz‑Lungen- oder Tumorerkrankungen

Nicht zu empfehlen ist die MTT bei
• fehlender Übungsstabilität oder Übungsfähigkeit nach Verletzungen oder Operationen
• Infektionen oder massiven Weichteilschwellungen
• allen akuten Erkrankungen
• Ablehnung durch den Patienten
Schwere chronische Erkrankungen stellen keine Kontraindikation dar, die Trainingseinheiten müssen jedoch nach strenger Indikationsstellung unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.