Manuelle Therapie

Die Kraft jahrtausender Wissenschaft

Das „Knochensetzen" ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Bereits vor ca. 4000 Jahren wurden manipulative Handgriffe an Skulpturen beschrieben. Immer wieder wurde versucht, Gelenke „einzurenken", meist von Laien. Schon Hippokrates beschreibt Techniken zur Behandlung der Wirbelsäule und daraus entstehender anderer Krankheiten. Leonardo da Vinci vergleicht die Wirbelsäule und die Muskulatur mit einem Schiffsmast mit Takelage und weist auf das Zusammenwirken beider Systeme hin. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lebten die Möglichkeiten der Behandlung funktioneller Störungen des Bewegungssystems zunächst in den USA wieder auf (Still, Begründer der Osteopathie, Palmer, Chiropraktiker). Nach dem 2. Weltkrieg begann auch in Deutschland ein spürbarer Aufschwung der verschiedenen reflexmedizinischen Therapiemöglichkeiten innerhalb des Bewegungssystems.

Mit Manipulations- und Mobilisationstechniken aus der manuellen Therapie können Gelenkblockierungen und ihre Auswirkungen auf Muskulatur, Nerven, Gewebe und innere Organe behandelt werden. Hierzu bedient sich der Therapeut aktiven und passiven Maßnahmen. Behandelt werden in der manuellen Therapie nicht nur die Wirbel und die Gelenke, sondern auch die daraus resultierenden muskulären Verspannungen über sog. Triggerpunkte. Triggerpunkte sind überempfindliche Gewebsverhärtungen im Muskel, die bei Kompression schmerzhaft sind und bei genügender Reizbarkeit einen Übertragungsschmerz auslösen sowie vegetative Symptome auslösen.

Ziel der manuellen Therapie ist es, reversible Funktionsstörungen zu beseitigen und dadurch reflektorisch, insbesondere schmerzlindernd, auf andere Strukturen einzuwirken.

Die manuelle Therapie findet daher Anwendung bei einer Vielzahl von Beschwerden am Bewegungsapparat, sei es an der Wirbelsäule selbst oder an den Extremitäten.